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Freude und Leid > Freude
Blacky's Geschenk
Diese Geschichte ist schon über 20 Jahre her. Wir lebten damals in einem kleinen Dorf im Landkreis Cuxhaven. Zu unserem Haushalt mit Vater, Mutter und unserem ersten Kind, gehörten auch viele Tiere. Das war bei uns schon immer so und hat sich bis heute nicht geändert. Drei Hunde, vier Katzen, eine Ziege, Schafe, Kaninchen, drei Pferde und natürlich auch einige Hühner. Größere und Kleine, zwei Hähne, die für Ordnung sorgten.
Es war genau am 3. Dezember 1986, als ich die allabendliche "kleine Volkszählung" im Hühnerstall machte und feststellte, da fehlt eine! Die kleine schwarze Blacky war nicht dabei, und sofort hatte ich die schlimmsten Befürchtungen in Form vom Habicht, Fuchs oder Ähnlichem. Vielleicht war sie auch irgendwo verunglückt oder, oder..... Nun war es dunkel, nichts mehr zu sehen. Am nächsten Morgen wurde alles abgesucht. Die liebe Nachbarsfrau half mit.
Blacky blieb verschwunden. Sie tauchte auch nicht in den nächsten Tagen auf. Nun wissen alle, die wie wir Tiere lieben, wie schlimm es ist, wenn ein Tier verschwindet. Und die Ungewissheit über sein Schicksal ist meist schwerer zu ertragen, als die Gewissheit, wenn es vielleicht tot ist. Blacky war schon sehr alt, denn bei uns wurde kein Huhn geschlachtet. Sie starben irgendwann an Altersschwäche und dies, so dachten wir, werde wohl auch irgendwann Blackys Hühnerschicksal sein. Weihnachten stand vor der Tür und wir hatten tatsächlich Schnee und zwar gar nicht so wenig. Ich hatte kleine Tannenzweige geschnitten und an die Stall- und Boxentüren der Pferde genagelt. Das sah schön aus und die Tiere sollten es auch ein bißchen weihnachtlich haben. Plötzlich hörte ich ein ganz merkwürdiges Geräusch, leises Piepen und Gluckern. Wo kam das her? Ich machte mich auf die Suche, schaute überall nach und stellte fest, dass die Geräusche ganz oben aus dem hoch aufgestapelten Heuballen kamen. Gerade wollte ich die Leiter hochstellen, da fiel etwas vor meine Füße in den Schnee. Das war ja unglaublich, was da lag: Zitternd und leise piepend ein winziges Küken. Da kamen mir ein bißchen die Tränen. Es war ja Weihnachten, das Fest der Geburt Christi und bei uns waren es zusammen fünf kleine Küken. Die anderen vier mitsamt Mama Blacky habe ich mit Hilfe der Nachbarin und der Leiter dann vom Heuballen herunter geholt. Im Haus wurde schnell eine Holzkiste mit Drahtdeckel aufgestellt, Mutter und Kinder sicher und vor allem warm untergebracht. Die Nachbarn kamen „Küken gucken“ und meinten, "du mußt den Kleinen wohl Strümpfe stricken". Nun, sie haben auch ohne Strümpfe überlebt und sind alle Zwerghuhn-groß geworden.
Die süße Blacky hatte danach noch zweimal Küken gehabt. Aber das war auch zwischen Ostern und Pfingsten, wie es sich für ein normales Huhn gehört. Es ist uns ein Rätsel geblieben, was Blacky dazu getrieben hat, mitten im kalten Winter Eier auszubrüten und für eine solche Bescherung zu sorgen. Wir haben uns sehr gefreut über die Kleinen, die dann bei uns im Haus den Winter verbracht haben wie "Haustiere".
(eine wahre Geschichte von Barbara Franzke)
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