Tierschutzverein Lilienthal, Worpswede und Grasberg e.V.


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Gedenken an Sammy

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Gedenken an Sammy

Sammy, Du sanftmütiger außergewöhnlicher Kater, du bist gegangen in eine andere Welt, viel zu schnell und viel zu früh. Du wolltest noch bleiben – doch wir hatten keine Chance. So sehr haben wir gekämpft, das Unmögliche möglich gemacht, um jeden Tag gerungen, und doch haben wir verloren; - den letzten Kampf verliert man immer.


 Ich bin dankbar, dass wir diese drei Monate hatten, dass wir uns überhaupt begegnet sind und du noch einmal erleben konntest, was es heißt zu leben und vor allem geliebt zu werden. Und doch tut es mir so leid, dass ich dir nicht mehr davon geben konnte, von dem, was ein Katzenleben wirklich ausmacht, uns nicht mehr Zeit geblieben ist.

Dein Leben war bisher sehr traurig verlaufen. Als Kätzchen in eine Familie gekommen, die dich nur als Spielzeug für die Kinder gesehen haben, letztendlich dich im Alter von 11 – 13 Jahren (das genaue Alter wussten sie nicht mehr, so unwichtig warst du ihnen) einfach ins Katzenhaus abgeschoben haben, froh dich „endlich los zu sein“.

Du hattest noch nicht mal eigene Sache, kein Kuschelkissen, kein Spielzeug, nichts, was sie dir hätten mitgeben konnten, was dir es vielleicht etwas leichter gemacht hätte, dein Zuhause zu verlieren. Selbst deine Krankheit haben sie verleugnet, sagten, sie müssten dich abgeben, weil die Tochter sich nicht mehr kümmert, haben verschwiegen wie schwer krank du warst, dass du schon lange Schmerzen hattest.

Als deine Krankheit nicht mehr zu übersehen war (vom ersten Tag an im Katzenhaus hast Du hochgradig gehumpelt und viel getrunken) und sie ahnten, dass Tierarztkosten auf sie zukommen würden, war unverzüglicher Handlungsbedarf angesagt.

So trafst du ein im Katzenhaus, an jenem Tag im November, tieftraurig über den Verrat und resignierend der Situation hast du dich fast aufgegeben.






Wir beide begegneten uns an deinem Ankunftstag und es war von Anfang an klar, dass ich dich nach Hause holen musste.Nie werde ich den ersten Augenblick vergessen,


als ich dich aus der Transportbox ließ in deinem neuen Zuhause, dein glückliches Gesicht, dein sofortiges unaufhörliche Streichen um meine Beine, obwohl du überhaupt nicht das Gleichgewicht halten konntest wegen den Schmerzen in deinem Bein. All die Stunden und Tage die wir dann hatten, die wir alle genossen haben und von denen ich keine Sekunde missen möchte.

Du fehlst so sehr, mein kleiner Junge ...

Ich sehe dich vor mir, wie du mit blitzenden Augen mit der Fellmaus spielst und mit dem Strohhalm durch die Wohnung rennst. Ich sehe deine leuchtenden Augen beim gemeinsamen Spiel mit Max und Nelly. Gewartet hast du schon, an jedem guten Tag, dass endlich die Spielstunden beginnen. Du hast jedes Beschmusen, jede Zuwendung, all die Fürsorge in vollen Zügen genossen, dein Schnurren, was sich manchmal bis zum Crescendo steigerte, klingt noch immer in meinen Ohren.




Ich rieche den Duft deines Fells, diesen unverkennbaren Geruch, mehr als einmal habe ich meine Nase in deinem Fell vergraben. Und noch immer spüre ich deine raue und doch zärtliche Zunge, wenn du bei den Fütterungen die Nahrung von meinem Finger oder Hand geleckt hast, froh ob der Fürsorge.

Oftmals, wenn deine Krankheit dir den Appetit und die Ambitionen zum Essen nahm, bat ich dich mir zu liebe zu essen, nur ein ganz klein wenig. Und du hast gegessen. Wie oft haben wir uns verstanden, wortlos, nur auf Grund der Liebe die uns beide verband.



Danke, Sammy, dass du in mein Leben getreten bist und dieses so sehr bereichert hast.

Es macht mich glücklich, dass du wenigstens am Ende deines Lebens erfahren durftest, was es heißt, bedingungslos und unendlich geliebt zu werden, was es bedeutet, wenn man nicht alleine gelassen wird, wenn man nicht mehr kann sondern gerade dann, um so mehr getragen wird.

Es macht mich traurig, dass wir so wenig von diesen guten Tagen hatten, und dass du vorher bei Menschen gelebt hast, denen du alles gegeben und nur wenig bekommen hast und als du sie wirklich brauchtest, sie dich entsorgt haben wie ein altes, ausgedientes Paar Schuhe und du zudem ein Leben leben musstest, wie es trostloser nicht sein kann.

So sind die Menschen, Sammy, oftmals. Das was sie selber nicht für sich haben wollen, fügen sie aber ohne zu zögern anderen Mitgeschöpfen zu. Nicht begreifend, dass nur, weil man eure Schreie nicht hört, die Verzweiflung doch um so größer ist, euer Leid noch unerträglicher. Jetzt bist du da, wo dich keine Menschen mehr enttäuschen, du keinen Schmerz mehr verspürst, du vor allem gewollt bist und geliebt wirst.

Mir bleibt nur, dich für immer in meinem Herzen zu bewahren und ewig zu lieben, bis wir uns eines Tages wieder sehen auf der anderen Seite des Regenbogens.


Licht und Liebe für Dich, Sammy. Worpswede, im Februar 2008


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