Tierschutzverein Lilienthal, Worpswede und Grasberg e.V.


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Immer mehr Versuchstiere

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TIPS UND HINWEISE DES DEUTSCHEN TIERSCHUTZBUNDES
Wir geben an dieser Stelle Tips und Hinweise der Dachorganisation unseres Vereins zu bedenken und freuen uns auf Ihr Interesse und auf Ihr Verständnis.

Neuer Negativrekord in Deutschland: Über 2,6 Mio. Versuchstiere in 2007


Nach  der aktuellen Statistik der Bundesregierung 2.609.483 Wirbeltiere in deutschen Labors als Versuchstiere „verbraucht“. Dies bedeutet einen erneuten Anstieg um 91.216 Tiere (3,6%) im Vergleich zum Vorjahr. Die Versuchstierstatistik für 2008 wird voraussichtlich erst Ende 2009 veröffentlicht.

Die Bilanz ist erschütternd: In den letzten acht Jahren stiegen die Versuchstierzahlen stetig an. 2000 wurden noch rund 1,8 Millionen Versuchstiere registriert, jetzt sind es über 2,6 Millionen. Der damalige Anstieg wurde mit der seinerzeit neuen Versuchstiermeldeverordnung begründet, wonach mehr Tiere als in den Jahren zuvor statistisch erfaßt werden müßten. Doch der Anstieg um rund 800.000 Tiere spricht eine deutliche Sprache: Politik und Wissenschaft versagen weiterhin, einer Forschung ohne Tierleid zum Durchbruch zu verhelfen.

Der Deutsche Tierschutzbund fordert die Bundesregierung auf, sich endlich zu ihrer Verantwortung für den Schutz der Tiere, so wie er seit 2002 als Staatsziel im Grundgesetz verankert ist, zu bekennen und eine echte Kehrtwende herbeizuführen.
Die Tierarten, die im Jahr 2007 am häufigsten in wissenschaftlichen Versuchen verwendet wurden, sind Mäuse (1.592.584), Ratten (497.359), Fische (207.922), Vögel (116.359) und Kaninchen (101.083). 2007 wurden außerdem 16.255 Schweine (plus 1.884), 2.487 Primaten (plus 636), 4.794 Hunde (plus 537), 802 Katzen (plus 236), und 2.985 Rinder (plus 49), Seit Jahren steigt der Tierverbrauch im Bereich der Grundlagenforschung. Auch 2007 wurden wieder 83.179 mehr Tiere, insgesamt 935.593, für die Befriedigung der wissenschaftlichen Neugierde, ohne direkten Nutzen für den Menschen, geopfert.

Alarmierend ist der Anstieg der sog. transgenen Tiere (Tiere deren Erbgut manipuliert wurde) auf 524.030. Damit erhöhte sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 127.620 drastisch. Es ist zu befürchten, daß sich dieser Trend ohne durchgreifende Gegenmaßnahmen fortsetzen wird. Gerade gentechnisch veränderte Tiere müssen oft schon aufgrund der Veränderung ihres Erbgutes besondere Qualen erleiden, lange bevor sie überhaupt im Versuch eingesetzt werden.

Nach § 16c des Tierschutzgesetzes vom Mai 1998 müssen Versuche an Wirbeltieren statistisch erfaßt werden. Einrichtungen, die Tierversuche durchführen, müssen Art und Zahl aller genehmigungs- und anzeigepflichtigen Versuche an Wirbeltieren sowie Tiere, die zu anderen wissenschaftlichen Zwecken verwendet wurden, in regelmäßigen Abständen den zuständigen Behörden mitteilen. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz veröffentlicht jährlich diese Versuchstierzahlen.

Leider wird jedoch auch weiterhin ein Großteil von Tieren, die in deutschen Labors sterben, statistisch nicht erfaßt. So bleiben Tiere, die für Zucht und Vorratshaltung von Versuchstieren eingesetzt werden, unberücksichtigt. Auch bei der Herstellung transgener Tiere werden nur die Tiere statistisch erfaßt, an denen direkt Eingriffe oder Behandlungen vorgenommen wurden, jedoch nicht auch die Tiere, die „verbraucht" werden, um überhaupt ein transgenes Zuchtpaar zu erhalten. Hierfür können im Einzelfall mehr als tausend Tiere erforderlich sein. Auch wirbellose Tiere (hierzu zählen z.B. die hochintelligenten Tintenfische, die ebenfalls in Labors eingesetzt werden) werden nicht offiziell gezählt.

HIER HERUNTERLADEN: Amtliche Statistik über Versuchstiere 2000-2007:












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