Tierschutzverein Lilienthal, Worpswede und Grasberg e.V.


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Katzenbabys - Alle Jahre wieder...

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September 2011


Die Pape-Kätzchen

(ein Bericht von Dr. Hauke Brandenburger)


Jedes Jahr aufs Neue kommt im Sommer die Zeit der kleinen Kätzchen. Da gib es Jahre, wo sich deren Zahl in Grenzen hält, und nur vereinzelte Kätzchen oder auch mal ein ganzer Wurf ins Katzenhaus kommen. Und dann gibt es auch Jahre, da nehmen die kleinen Katzen gar kein Ende. Hier mal zwei Kätzchen, dort wieder eins, und dann, wie Anfang August, 15 kleine, wilde und ängstliche Gesellen, heldenhaft eingefangen von den mutigen Frauen des Tierschutzvereines, die Pape-Kätzchen.

Da das Katzenhaus schon voll belegt war, haben 13 dieser Kätzchen (die letzten 2 konnten erst später eingefangen werden) ihr erstes Quartier in unserer Praxis bezogen. Tag für Tag kamen neu eingefangene Kätzchen hinzu, wurden von uns untersucht und entwurmt, und füllten einen Teil unserer Station. Durch Fütterung und regelmäßigen Kontakt mit Menschen, verloren die Kätzchen auch schnell einen Teil ihrer Scheu, und manchmal gelang auch schon ein vorsichtiges Streicheln.


Bei der Haltung einer so großen Zahl von Kätzchen auf beengtem Raum entsteht natürlich ein hoher Infektionsdruck. Die Tiere benutzen dieselben Futter- und Wassernäpfe, dieselben Katzentoiletten und Liegeplätze.

Die räumliche Enge führt zu häufigen direkten Kontakten und der gemeinsame Luftraum in einem geschlossenen Raum enthält natürlich eine deutlich höhere Konzentration an möglichen Krankheitserregern, im Vergleich zur Draussenhaltung. Zusätzlich entsteht in räumlicher Enge und ungewohnter Gruppenzusammensetzung Stress für die Tiere. Dieser wiederum schwächt das Immunsystem und begünstigt so die Ausbreitung von Krankheitserregern.


Beginnt nun ein Kätzchen zu niesen, so breitet sich die Infektion schnell unter allen Tieren aus. Da die Ausscheidung der Erreger oft schon beginnt, bevor die Tiere erste Krankheitssymptome zeigen, können nicht sichtbar erkrankte Tiere den Erreger vermehren und weiterverbreiten. Wenn die ersten Symptome bei einem Einzeltier erkennbar werden, hat sich der Erreger der Erkrankung oft schon in der Gruppe ausgebreitet.

Leider traf dies auch auf die Gruppe der Pape-Kätzchen in unserer Praxis zu. Nach den ersten Tagen ohne erkennbare Symptome, begann ein einzelnes Tier zu niesen und nach kurzer Zeit war fast die Hälfte der Tiere betroffen. Teilweise traten die ersten Symptome erst auf, als die Kätzchen schon aus unserer Praxis ins Katzenhaus verlegt worden waren. Um ein weiteres Umsichgreifen der Infektion zu verhindern und die Tiere angemessen medizinisch zu versorgen, wurden 5 Kätzchen wieder zurück in die Praxis verlegt, um hier teilweise mehrmals täglich behandelt zu werden ( z.B. mit Augensalben).


Auch wenn es schönere Anlässe gibt, sich um ein Kätzchen zu kümmern, so hatten diese Behandlungen den positiven Nebeneffekt, dass sich die Tiere schnell an den Umgang mit uns Menschen gewöhnten und immer zahmer wurden. Inzwischen haben die Kätzchen ihre Katzenschnupfenerkrankung weitgehend überstanden. Lediglich bei einem Kätzchen bestehen noch starke entzündungsbedingte Veränderungen der Augen, die auch zu einer bleibenden Schädigung führen können.

Die durch Herpesviren und Chlamydien bedingten Entzündungen der Binde- und Hornhaut verlaufen sehr unterschiedlich. Dies hängt in starkem Maße von der Fähigkeit des Immunsystems der Katze ab, diese Erreger zu bekämpfen. Hierbei versuchen wir den Kätzchen mit geeigneten medizinischen Maßnahmen zu helfen. Zur Bekämpfung der Chlamydien, dies sind Bakterien mit besonderen Eigenschaften, werden entsprechend wirksame Antibiotika eingesetzt.


Herpesviren und Caliciviren können jedoch nicht, wie Bakterien, mit einem Antibiotikum bekämpft werden, denn Viren benutzen die Zellen des Körpers um sich zu vermehren. Sie können dies nicht alleine. Hier ist das Immunsystem des Wirtes (der Katze) entscheidend dafür verantwortlich, diese Erreger auszuschalten. Von seiner Fähigkeit hängt es ab, wie die Krankheit verläuft. Auch hier gibt es natürlich medizinische Möglichkeiten einzugreifen. Diese wirken aber nicht so direkt, sondern primär über die Aktivierung des Immunsystems.

Neben den medizinischen Maßnahmen bedarf es aber auch der Fürsorge und Pflege, um eine solche Erkrankung unbeschadet und rasch zu überstehen. Diese Arbeit wird von den vielen Mitarbeiterinnen des Katzenhauses Tag für Tag mit großem Einsatz und großem Herz geleistet. Und auch in unserer Praxis geben unsere Mitarbeiterinnen und wir uns große Mühe, den Kätzchen ein Gefühl des Geborgenseins zu geben. Natürlich mit der Einschränkung, das notwendige Behandlungen auch einmal etwas unangenehm sein können. Wir können unseren Patienten leider kaum vermitteln, dass wir dies zu ihrem Besten tun.



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