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Freude und Trauer > Trauer
Vor etwa 3 Jahren las ich folgenden Artikel in der Vereinszeitschrift:
"Murphy ist ein zweijähriger Kater und ist leider schon 2 x ins das Katzenhaus zurückgekommen und seit dem 28.6.2006 wieder im Katzenhaus. Der TSV hat beim letzten Mal den Kater eingefangen, da der Besitzer einfach weggezogen ist. Er ist ein sehr lieber und sehr verschmuster Kater und kann auch als Zweitkatze vermittelt werden".
Ich dachte sofort, das ist der Passende, auch für meinen damals 17-jährigen Kater Gismo. Da ich Ende des Jahres 2006 noch ganztägig berufstätig war, habe ich Murphy ein viertel Jahr regelmäßig im Tierheim besucht, was ihm augenscheinlich sehr gefiel, um ihn dann sofort bei Renten-Beginn in sein neues Zuhause zu holen. Im Tierheim war er der absolute Liebling. Bei mir hat er sich sehr wohl gefühlt und auch artig dem älteren Kater untergeordnet, der das nicht immer zu schätzen wusste. Aber Murphy blieb grundsätzlich lieb und freundlich und schien sehr dankbar zu sein. Noch nie hatte ich ein so liebes und friedliches Tier.
Vor 14 Tagen lief mir dann ein scheinbar ausgesetzter, schätzungsweise 2 jr. Kater zu, ich nannte ihn Felix und er sah Murphy total ähnlich. Ich nahm ihn bei mir auch und auch dieser zugelaufene Kater, war lieb, schmusig und dankbar, aufgrund des Verhaltens eine Katze, die eine Wohnung gewohnt war, und nur so mal um das Haus streichte.
Das Problem war nur, dass die Katzen einander nicht mochten. Alle Versuche sie anzunähern scheiterten. Der Neue zeigt sich sehr aggressiv, besonders gegenüber Murphy, der vollkommen zerkratzt und mit zerissenen Ohren nur noch ängstlich auf dem Dachboden hauste, zusammen mit Kater Gismo ! (geteiltes Leid, halbes Leid).
Ich wollte die Einigkeit trotzdem weiter versuchen herzustellen, aber es war nicht mehr notwendig. Bei der anstehenden Tierarztuntersuchung traf ich einen anderen Kunden, der sich für den Kater "Felix" interessierte, und über einen großen Bauernhof verfügte, allerdings auch mit 2 Katzen, nur hatte er weitaus mehr Platz als ich. Der Tierarzt hat noch ein bisschen nachgeholfen, und so kam Felix vor einer Woche in neue, aber offensichtlich gute, Hände. Das Ganze hat mir aber doch sehr sehr leid getan und ich hatte ein schlechtes Gewissen. Und was dann kam, war das die Strafe?
Zuhause hat sich erst nach Tagen alles wieder normalisiert, bis meine Kater nicht mehr ängstlich waren. Doch gestern passierte Fürchterliches. Nach stundenlangen Suchaktionen fand ich abends Murphy verletzt im Graben, habe ihn mit Hilfe meines Nachbarn herausgehoben. Aller Wahrscheinlichkeit wurde er von einem der vielen Raser angefahren. Vorsichtig habe ich ihn auf seinen Couch-Lieblingsplatz getragen. Er hatte bei jeder Bewegung starke Schmerzen, aß aber gerne seine Leckerli´s und ließ sich pausenlos streicheln. Am nächsten Morgen fuhr ich mit Murphy zum Tierarzt, der Transport war aufgrund seiner Verletzungen nicht leicht. Ich dachte, er hätte einen Bein-Bruch. Murphy blieb beim Arzt zwecks Untersuchung und Röntgen, dann der Schock: Der Tierarzt rief an und ich erfuhr, das Murphy sofort eingeschläfert werden musste, aufgrund eines nicht zu heilenden Beckentrümmerbruches. Ich war geschockt und unendlich traurig; und werde es noch lange bleiben. Und nun sucht Kater Gismo (fast 20-jährig) ruhelos seinen Freund Murphy.
Schlaf gut, mein Murphy...
Helga K., im Nov. 2009
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