Tierschutzverein Lilienthal, Worpswede und Grasberg e.V.


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Sammy - die Leukose war stärker

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Sammy, große Liebe auf Umwegen!

August 2011

Als unsere Katze Nala nicht mehr nach Hause kam, stand für mich schon bald fest, ich möchte wieder eine Katze aufnehmen. Der Rest der Familie war nur noch nicht ganz davon überzeugt, denn Nala war ein kleiner Tyrann. Sie hat gleich der ganzen Familie gezeigt, wer der Chef ist, viel kaputt gemacht und schmusen war einfach blöd in ihren Augen.

Fest stand für alle, auch für mich, keine rote und auch lieber keine weibliche Katze. Eigentlich suche ich nicht nach Farbe oder Geschlecht aus, aber da es mit unseren ersten zwei Katern (beide schwarz-weiß) super lief, muss es bei der dritten Katze Nala am Geschlecht oder an der Farbe gelegen haben.

Na ja, ich habe alles gegeben um wieder an eine Katze zu kommen. Ich war dann auch schon mal im Katzenhaus und sollte mir die Leukosekätzchen anschauen. Dort versuchte ich möglichst emotionslos an die Katzen ranzugehen. Es gelang nicht wirklich! Eine der Leukosekätzchen -Sunny- hat sich gleich ein Platz in meinem Herzen gesucht. Tja, und zu Hause versuchte ich gleich meine Begeisterung meiner Familie näher zu bringen, aber: Alle waren entsetzt! EINE KRANKE KATZE!

Da ich schon eine stark misshandelten Hündin in die Familie gebracht habe (was nicht immer einfach war und ist), waren eigentlich alle überzeugt, dass genau ich die Falsche wäre um eine Katze auszusuchen! Sie trauten meinem Urteilvermögen nicht so ganz.

Die erste Frage meiner Tochter war: "Was fehlt an der Katze? Hat sie 4 Beine? 2 Augen? Ich arbeitete aber weiter an meinem Plan, einer Katze ein Zuhause zu geben, an der andere vorbeiziehen. Dabei hatte ich immer den hübschen Sunny vor Augen! Nur, war der ausgerechnet rot und Ebenbild von Nala!


Meine Familie weigerte sich geschlossen mit mir einen Ausflug ins Katzenhaus zumachen. Aber ich kann nerven und nerven. Unsere Tierärztin bot mir eine kleine kartäusergraue Katze an, die sie mit der Flasche großzog, an Hunde gewöhnte…also perfekt. Und so hübsch! Doch ich lehnte ab und sagte, wenn, dann eine Leukosekatze aus dem Katzenhaus. Draußen saß ich im Auto: "Oh wie doof! Wie kann man das machen? Kartäusergrau möchte fast jeder und dazu auch noch gesund!! Und was sage ich? "Ich möchte eine Leukosekatze und dann auch noch rot!!" Wie blöd ist das denn?


Aber mein Entschluss stand fest.

Hochzeitstag im November, mein Mann machte voll die Aktion davon mit wegfahren und, und, und… Ich wusste aber sofort was passieren würde! Auf Umwegen fuhren wir ins Katzenhaus. 35 lange Minuten auf Umwegen! Wie blöd! Wäre ich gefahren, wären wir in 15 Minuten da gewesen.

ICH HATTE ES GESCHAFFT.
Nur was mache ich jetzt? Was riskiere ich? Kater ja, aber rot? Oder lieber schwarz-weiß, dafür aber Katze? Tja, was soll ich sagen, die Katze mit der richtigen Farbe, zeigte gar kein, aber wirklich gar kein Interesse an uns. Während Sunny alles gab! Sein Bruder Sammy war zurückhaltender aber immer präsent. ‚Jetzt wusste ich jetzt gar nichts mehr: SUNNY oder SAMMY? Kurzer Blick zur Seite zu meine Mann: "Können wir nicht beide mitnehmen?" Ermahnender Blick zurück:"Nicht unverschämt werden!"

Na ja, zweimal die falsche Farbe? Kann man das riskieren? Ach, sagte ich eigentlich schon ich suche nicht nach Farbe und Geschlecht aus?? FAST! Nach langem überlegen und besprechen, wer zu unserem Hund passt, haben wir Sammy mitgenommen. In meinem Kopf: Sunny kommt nach!!


Ich denke noch oft an Sunny…


Also zog Sammy ein und eroberte alle Herzen innerhalb von Minuten. Der Zeitpunkt war nur doof von meinem Mann gewählt, denn ich hatte 3 Tage hintereinander Nachtdienst. Die Woche davor ganz frei, nur aber natürlich hatten wir da keinen Hochzeitstag…wie doof.

Eigentlich hole ich nur Tiere, wenn ich mindestens eine Woche frei habe. Aber ich wollte nicht länger warten und auch Sammy nicht warten lassen. Also zog Sammy bei meiner Tochter nachts ein. Damit Hund und Kater sich nachts nicht kennenlernen und ich die Wohnung nicht wiedererkenne. Soweit alles gut. Die Nächte liefen auch gut! Ich kam morgens müde nach Hause und wer erwartete mich? Ein ausgeschlafener Kater! Ich kam nur in der Nähe des Bettes ging es schon los: Ein Geheule! Aber beim Spielen war er dann wieder recht entspannt. Nur ich wurde immer unentspannter. Sammy hatte mächtig viel Ausdauer. So ging der erste Tag dahin. Zweiter Tag, zweite Nacht, wieder komme ich todmüde nach Hause und treffe auf einen vollkommen ausgeruhten Kater. Bereit zum Spielen.


Na ja, ehrlich gesagt habe ich schon ein paar Minuten überlegt, ob ich ihn doch ganz schnell wieder zur Sunny bringe, wenn er doch so gerne spielt. Erschöpft saß ich auf dem Bett meiner Tochter und spielte und spielte. Bis Sammy unsere Hausmäuse entdeckte, die wohnen bei uns in einem umfunktionierten Aquarium, die beste Idee für Katzenbesitzer. Sammy war hin und weg den kleine Nagern. Die Mäuse ließen sich nicht stören und Sammy guckte Katzenkino. Wenn gar nichts mehr geht, setzt man ja auch gerne mal seine Kinder vors Fernsehgerät. Für Sammy war es das Mäuse-Aquarium. Jetzt saß Sammy nach der Nachtschicht vor dem Aquarium. Super! Und so zog Frieden ein.

Später hat Sammy allerdings die Mäuse doch noch aktiv mit eingespannt beim Spielen. Oben auf dem Aquarium ist eine Holzplatte mit Luftlöchern für die Mäuse. Die Löcher wurden mit Büchern zugedeckt, sodass die Mäuse nicht raus konnten. Nach ca. 3 Monaten Katzenkino wollte Sammy die beiden wohl näher kennenlernen! Die Bücher wurden von ihm beiseite gestoßen und die Mäuse gefischt. Alle zusammen kamen mir dann auf der Treppe entgegen. Die Maus fand das alles auch noch normal. Nur ich hatte etwas mehr damit zu tun, die Mäuse wieder einzufangen. Die fanden das nämlich ganz schön. Dieses Spiel spielten wir mit beiden Mäusen. KEINE MAUS KAM ZU SCHADEN. Nur ich war aus der Puste und Katzenkino gab es ab da an nicht mehr. Nur unter Aufsicht.

Alle liebten Sammy, aber meine Tochter und er hatten eine ganz große Liebe zueinander! Mein Mann ist Katzen gegenüber eher neutral und lässt sie einfach. Auf dem Schoß haben muss er sie aber nicht. Doch bei Sammy konnte sich nicht wehren! Sammy hat sich so oft und so lange auf seinen Schoß gelegt, bis mein Mann es vermisst hat, wenn Sammy nicht zu ihm kam und woanders lag.

Ebenso erging es unserem Hund, der sich auch eigentlich nicht viel aus Katzen macht. Zuerst ist der Hund immer weggegangen, weil er keine Lust hatte mit Sammy zu liegen (Nala hat dem Hund immer eine verpasst, wenn er sich bewegt hat) Sammy hat ihn aber solange verfolgt, bis der Hund sich gesagt hat, das Kamel gibt sowieso nicht auf, also tue ich so, als wenn ich das nicht merke.


Übrigens ich hatte schnell meine Familie wegen Sunny rum, da ging es ihm aber schon so schlecht, dass es nicht mehr gut für ihn gewesen wäre. Sammy aber wurde immer stabiler. Am Anfang hat er noch oft geniest und verschleimte Augen. Nach kurzer Zeit war alles fast weg. ER WAR EINFACH NUR TOLL. Und das obwohl er rot war :! Sammy war immer vor uns an der Tür. Wir wussten noch gar nicht, das es klingelt, da saß er schon in Position. Ausbüchsen war sein Hobby. Aber er war schnell wieder eingefangen.

Ostern 2011 ging es Sammy dann schlecht. Er spielte nicht mehr. Sonst musste ich seinen Ball immer die Treppe hochwerfen, er jagte hinterher und brachte ihn wieder. Wie ein Hund. Er lag nur noch da und suchte unsere Nähe. Milch und Astronautenkost liebte er. Damit päppelten wir ihn wieder auf. Dann fraß er wieder richtig. STÄNDIG. Alle aus der Familie hatten Anweisung, ihm sofort etwas zu geben, wenn er rief. Fortan rief er andauernd!

Der Hund überlegt, glaube ich heute noch, wie das geht. Santy macht nämlich Diät. Sie versuchte es auch mit bellen. Haute nicht hin. Keiner kam. Der Hund dachte bestimmt, wir haben was mit dem Kopf. Erst maut der Kater und bekommt was. Später, als er richtig krank war, liefen wir mit dem Putenaufschnitt hinter ihm her. Dabei wäre es doch so einfach gewesen die Sachen loszuwerden. Der Hund hätte alles genommen. Sie versucht heute noch den Trick rauszubekommen.

Sammy erholte sich wunderbar. Da er das Leben draußen so liebte, durfte er mit raus. Er ging nie weit von uns. Draußen stehen 4 Vogelvolieren - Katzenkino. Dann kam die Krankheit zurück. Mit voller Wucht. 2 Wochen kämpften wir. Sammy wurde immer weniger. Diesmal nahm er keine Milch und ganz wenig Astronautenkost, so dass seine Kräfte nachließen. Im Gegensatz zu April suchte er auch nicht unsere Nähe, sondern Ecken um allein zu sein. Sammy wollte nicht mehr.

Als wir unsere letzte Fahrt zum Tierarzt machten und wir ihn in den Korb legten, hob er nicht einmal mehr sein Kopf. Da sein Lieblingsplatz der Arm meiner Tochter war, durfte er da auch einschlafen. Wir ließen uns ganz viel Zeit, durch das Narkosemittel hatte er keine Schmerzen und wir konnten noch eine Weile mit ihm schmusen bevor er für immer ging.
Aber im Herzen bleibt er immer.


Unser Sonnenschein schaut bestimmt von oben zu uns herab. Und ich werde nie mehr überlegen, ob rot oder lieber doch nicht. NUR Katze?


SAMMY WIR SAGEN DANKE.
WIR VERMISSEN DICH GANZ DOLL.

Deine Menschenfamilie




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