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Freude und Leid > Freude
Karola Schmidt-Loeffler berichtet:
Zufälle
Danke, Danke, Danke, liebes Katzenhaus! Ihr seid ein tolles Team! Ich wurde bei Euch mit Fürsorge und Streicheleinheiten verwöhnt. Kurz, mir ging es gut bei Euch. Nun bin ich endlich wieder zu Hause und kenne mich noch gut mit allem aus. Die Ausgänge sind mir noch bekannt und ich kontrolliere ständig, ob sich was verändert hat und hoffe, dass die Dosenöffner doch mal eine Tür offen gelassen haben.
Draußen lockt doch der Garten, in dem die Vögel meine Abwesenheit wohl genossen haben. Mal schauen,, was die Mäuse unter dem Holzstoss machen. Meine Futterstellen im Haus sind noch immer am gleichen Platz. Mit meinem Bruder Paul komme ich schon wieder ganz gut klar. Er faucht so ein bisschen und macht auf Starken. Aber das wird bestimmt auch schon wieder. Mit meinen Dosenöffnern komme ich bestens klar.
Nur könnten sie doch nur mal einen Spalt die Tür nach Draußen offen lassen. Ich würde doch so gern mal vor die Tür. Nur so ein klein wenig. Nur am Fenster sitzen und den Vögeln im Garten zuzuschauen ist ja auch nicht so ganz pralle. Was könnte ich da rumstromern. Ab über den Zaun, dahin wo mich keiner so schnell findet. Im Gebüsch verschwinden und warten bis die Dosenöffner im Garten erscheinen und laut nach mir rufen. Ach…, so geht es halt die Treppe hoch bis ganz unters Dach. Alles noch beim Alten.
Hallo ich komme….
Gruß, Euer Rudi der 9. - nun wieder Peter der 1.
Hier also die Geschichte meiner glücklichen Heimkehr, ... erzählt von meinen Dosenöffnern:
(Wenn sie wüssten, was ich so alles erlebt habe, bevor ich ins Katzenhaus kam…)
Am 1. Oktober 2007 kam unser geliebter Peter nicht von einem seiner Streifzüge in die nähere Umgebung zurück. Da er gerne mal unterwegs war, auch für länger, hofften wir, dass er seine Herbsttour unternimmt und bald wieder durch die Tür kommt. Hallo hier bin ich. War was? Nach dem ersten Regen, der ihn sonst immer nach Hause trieb, wurden wir doch etwas unruhig und setzten die üblichen Aktivitäten zur Suche in Gang.
Keine Spur in der Umgebung. Alle die wir auf Peters bevorzugtem Revier, dem Osterholzer Friedhof, ansprachen, kannten zwar unseren Peter und vermissten ihn schon. Aber keiner hatte ihn gesehen. Peter hatte sich zur Aufgabe gemacht, die Trauernden auf dem Friedhof zu trösten, die Arbeiter vom Stadtgrün zu belagern und die Mäuse von den Gräbern, zur Freude der Hinterbliebenen, zu vertreiben. Keine Spur von unserem Peter.
Dieser Stromer. Eine plötzliche Angst machte sich bei uns breit, weil er am gleichen Tag verschwand, an dem bei uns ein Bauschuttcontainer abgeholt wurde.
Hatte er sich im Container verkrochen? Fragen über Fragen. Wo kann er nur stecken? Er kann doch nicht so weit entfernt sein. Was kann ihm zugestoßen sein? So langsam machten wir uns Sorgen um das Wohlbefinden unseres Katers. Auch die Suche im Tierheim an der Hemmstraße und über das Internet blieben erfolglos. Es begann eine Zeit, in der man sich zwar selbst mit den Gedanken „Er ist ein Freigänger, damit muss man leben“ beruhigt. Immer wieder hat man den Vermissten im Kopf. Es schmerzt!
Seit Herbst letzten Jahres bemerkten wir einen unkastrierten, ziemlich großen Kater in unserem näheren Umfeld. Dieser Kater machte sich nicht gerade beliebt bei den Katzen in der Gegend. Er ging aufs Ganze. Er beansprucht das Revier. Seit Anfang des Jahres geht er auch unserem Paul, Peters gleichaltrigem Bruder, ganz gewaltig nach und macht ihm das Leben schwer.
Es vergeht keine Woche in der Paul nicht mit größeren Verletzungen nach Hause kommt und wir mit ihm zum Tierarzt bzw. in die Tierklinik nach Schwachhausen müssen.
Nachdem dieser Zustand sich immer mehr zuspitzte und Paul nur noch ungern und mit größter Vorsicht vor die Tür ging, haben wir uns dazu entschlossen, den fremden Kater zu fangen. Die Katzenhilfe rieten uns zum Anfüttern. So stellten wir täglich in der Dämmerung Futter an einen geschützten Platz im Garten und fast jeden Morgen des darauf folgenden Tages war die Futterschale geleert.
Von Sonntag auf Montag (09./10.03.) ging nun der Fremde in die Falle. Auf Anraten der Tierärztin, nachdem wir gemeinsam festgestellt hatten, dass es sich bei dem gefangenen Kater um ein unkastriertes Tier handelt, brachte ich das Tier zum Tierheim in der Hemmstraße. Ich war der Auffassung, für den herrenlosen Kater das Richtige zu unternehmen. Was ich jedoch im Tierheim an der Hemmstraße anhören und erleben musste, spottet jeglicher Beschreibung. Ich kann nun die Leute verstehen, die gefundene Tiere anonym abgeben bzw. einfach irgendwo anbinden. Denn eine derartig unwürdige Behandlung hat wohl keiner verdient, der sich um das Wohlergehen eines Findlings kümmert und den Weg zum Tierheim einschlägt. Nun ja, dies ist ein anderes Thema. Noch am selben Tag hatte ich einen weiteren Termin bei meinem Tierarzt. Dort kam ich im Wartezimmer mit den Besuchern ins Gespräch und wir tauschten unsere nicht gerade positiven Erfahrungen mit dem Bremer Tierheim aus. Eine Dame, die sich an dem Gespräch beteiligte, riet mir, ich sollte mich doch bei weiteren Problemen an das Katzenhaus in Lilienthal wenden, da ich dort bestimmt mit Rat und Tat unterstützt würde.
Sie hätte dort nur positive Erfahrungen gesammelt und lobte das Katzehaus Lilienthal sehr.
Mit diesen Informationen bin ich dann nach Hause gefahren und habe mich noch am selben Tag im Internet nach dem Katzenhaus in Lilienthal erkundigt. Nun schließt sich der Kreis. Zufälle bestimmen das Geschehen. Im Internet scrollte ich durch die Seiten des Tierschutzvereins Lilienthal und fand dort mit Foto folgenden Text…
„Rudi (der 9.) ist ca. 6 bis 7 Jahre alt und Ende Dezember in Worpswede am Schiffgraben aufgefunden worden. Rudi ist ein ruhiger und auch sehr hübscher roter Kater. Zur Zeit ist Rudi noch einzeln in einer Box im Außengehege untergebracht und wartet auf einen neuen Dosenöffner. Rudi müsste allerdings Freigang haben und freut sich sehr über Streicheleinheiten.“
Welche Freude. „ Peter. .. Peter …Ist das unser Peter? Ja, das muss er sein. Sieh den Fleck an der Nase! Die weiße Nase mit dem markanten Strich nach oben. Sieh die beiden Kerben im Ohr! Das kann nur unser Peter sein!“ Er war es! Unser lang vermisster Peter. Seit 28.12.2007 lebte Peter dort unter dem Namen „Rudi der 9.“. Im Katzenhaus wurde er von allen verwöhnt. Die Freude ist riesig. Gleich wird telefoniert und aufs Band gesprochen. Eine Email mit Bildern von unserem Peter wird auch gleich übermittelt.
Am nächsten Morgen wird sich gleich mit dem Katzenhaus in Verbindung gesetzt. Wir konnten es kaum erwarten. Beim ersten Zusammentreffen mit unserem Peter und dem ersten Blickkontakt sagten seine Augen „Das hat aber lange gedauert!“ So konnten wir noch am gleichen Tag unseren geliebten kleinen Peter in Empfang nehmen und glücklich über die Zufälle der letzten Tage mit ihm nach Hause fahren.
Unser Dank geht an dieser Stelle an den wilden Kater, der uns mit der netten Dame in der Tierpraxis zusammengeführt hat. Ein Dank an die nette Dame für den guten Tipp und einen lieben Dank an die netten Mitarbeiter des Katzenhauses Lilienthal. Das Schicksal hat uns alle zusammengeführt.
Man kann glauben was man will . . . Zufälle . . . . . . . oder. . . .?
Hier noch einen lieben Gruß von vier kleinen Samtpfoten an die Dosenöffner im Katzenhaus und ganz besonders an Anton, der sich so um mich bemüht hat. Leider musste ich ihn enttäuschen, da ich nicht zu ihm ziehe, sondern wieder zu meinem Bruder und seinen und meinen Dosenöffnern kam. Euer ganz dankbarer Rudi der 9. - nun wieder Peter der 1. - und sein ebenso geduldeter wie lieb gewonnener Lebensgefährte.
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